Seit langem beschäftigt mich die Verbindung zwischen Metaphern und Medienkompetenz, bildet sie doch einen Vorrat an Interpretations- und Veranschaulichungsmöglichkeiten. Die Verwendung der Autofahrmetaphorik hat eine längereTradition. Ein paar Überlegungen dazu habe ich in dem neu erschienenen mekonet Dossier zusammengetragen. Es beginnt so…
Die sich rasant entwickelnde Medientechnik und ihre Anwendungen erfordern stetig neue sprachliche Benennungen. So wundert es nicht, dass neben Wortneuschöpfungen und Eindeutschungen wie „googlen“, „skypen“ und „twittern“ auch alte Begriffe neu besetzt werden, um mithilfe von Metaphern neue und zunächst unvertraute Medienanwendungen im Medium der Sprache vertraut werden zu lassen. Metaphern fassen nach Jo Reichertz „das Unbekannte in die Begriffe des Vertrauten“ – als sprachliche Formen sind sie „Medien des Denkens und Medien des Handelns“ (1). Sie sollen bei der gedanklichen Durchdringung neuer Phänomene Ordnung stiften und zugleich Wege aufzeigen, was sinnvollerweise nun getan werden kann. Die Autoren Matthias Bickenbach und Harun Maye behaupten in ihrem Buch „Metapher Internet“ (2009) sogar “Ohne Metaphern keine Kommunikation über Medien” und analysieren insbesondere die Metaphorik des Wellenreitens bzw. des Surfens zum Verständnis der Internetnutzung (2).